Begleitprozesse

Begleitprozesse im Schreiben: Das Niederschreiben des Textes ist nur ein kleiner Teil der Arbeit. Vielmehr beschäftigst du dich mit den Prozessen, die dich in deiner Selbstlernzeit begleiten. Dies reicht von der Gestaltung deiner Arbeitsatmosphäre, dem Strukturieren deiner Ideen, dem Einbringen der wachsenden Fachkompetenz bis zur Auseinandersetzung mit unzähligen Details, die für das fertige Textprodukt gefordert sind.

Kein Wunder überfordert das Schreiben einer Facharbeit – so viele komplexe Anforderungen können gar nicht alle auf einmal erfüllt werden! Deshalb lernst du  – neben dem Aufteilen des Arbeitsprozesses in seine Phasen – auch die Begleitprozesse separat für deine Bedürfnisse und zu deinem Zweck des Fortschreitens zu nutzen. 

Sieben Erfolgsgeheimnisse unterwegs im Schreibprozess

entwickeln

Begleitprozess: entwickeln

Das Entwickeln ist die Mutter aller Prozesse – nicht nur beim Schreiben. Ohne Raum für spürbare Veränderung wird es keinen Prozess geben können. Deshalb ist es besonders wichtig, deine Selbstlernstunden in einem für dich stimmigen Arbeitsklima zu gestalten. So kannst du dich den kommenden Herausforderungen widmen.

Zu Anfang triffst du mit dir eine verbindliche Vereinbarung, da du dich bewusst entscheidest, den geforderten Auftrag zu erarbeiten. In jeder Arbeitsphase klärst du das Verständnis für deinen Auftrag immer wieder neu. So kennst du deinen nächsten Schritt, den du aus Reflexion, Austausch oder Überprüfung bestimmt hast, ganz genau und weisst, wie du ihn umsetzen kannst. Diese Aktivitäten sind keine verlorene Zeit. Im Gegenteil, sie sind ein grundlegendes Arbeitsmittel – denn du selbst bist deine wichtigste Ressource!

austauschen

Begleitprozess: austauschenIn jeder Arbeitsphase stellst du dir eine Person deines Vertrauens zur Seite, der du von deiner Arbeit erzählst. Du wählst selbst: Möchtest du einen Fachaustausch unter Studierenden pflegen? Suchst du dir ein Gegenüber zum Thema Selbstbefähigung und Wahrnehmung deiner Lernerfahrungen? Vielleicht kombinierst du auch beides. Im Austausch formulierst du dein Vorankommen in der aktuellen Arbeitsphase und deine Erfahrungen im Umgang mit dir selbst. Das Aussprechen bringt Klarheit in deine Gedanken.

Wenn du möchtest, kannst du inhaltliche Rückmeldungen zum textlichen Zwischenprodukt abholen von der Person, die du dir für den Austausch ausgewählt hast. Das Austauschen betrifft nicht bloss das Reden, du übst ausserdem das Zuhören, wenn eine andere Person ihren Anteil an Austausch mit dir bespricht.

schreiben

Kernprozess: schreibenDas Schreiben – der Kernprozess – zeigt sich je nach Arbeitsphase gut eingebettet in den Begleitprozessen als mehr oder minder ausgeprägte Tätigkeit. Neben dem Formulieren und Niederschreiben lernst du die wichtigen Aspekte kennen, die zwar den Schreibprozess nicht direkt betreffen, sich jedoch vorher und parallel abspielen.

Wichtig für das stressfreie Schreiben sind Aspekte wie gute Planung und Auftragsklarheit. Auch unbeachtete «Nebensächlichkeiten» wie Back-up, Zitierweise, Umgang mit Quellen und Praxisbeispielen können ganz schön für Aufruhr sorgen. Es wird dir den Kopf freihalten, wenn du dafür gesorgt hast, all diese Dinge auf die Reihe zu kriegen, bevor du dich hinsetzt um deine Ideen und dein Thema in Textform zu verarbeiten. Für das Schreiben an sich soll so viel Freiraum wie möglich bereitgestellt werden. Das ist der Grund, weshalb ich dir empfehle, strukturieren und schreiben zu trennen: selbstorganisiert und kreativ.

strukturieren

Kernprozess: strukturierenDie Trennung von schreiben und strukturieren hält die Überforderung in Schach, die sich durch die Komplexität der über 20 Facetten von Schreibkompetenz ergibt.

Auf zwei Ebenen erarbeitest du Struktur: Beim Planen deines Arbeitsprozesses gestaltest du den entwicklungsfördernden Umgang mit dir selbst aktiv und schaffst damit Vertrauen. Auf der Ebene des Schreibauftrags befasst du dich mit deinem Thema und seinen Inhalten. Du erarbeitest Kernbotschaft und Struktur und formulierst später. Alles zu seiner Zeit! Damit lernst du, wie du zwischen selbstorganisiert und kreativ, den zwei Polen des kompetenten Handelns, deinen Weg zum nächsten Meilenstein finden kannst.

verknüpfen

Kernprozess: verknüpfenDer Hauptgrund, weswegen du eine schriftliche Arbeit überhaupt verfasst, ist: Fachkompetenz zeigen! Das Verknüpfen deines Themas mit der Fachkompetenz ist also dein Kernauftrag. Der Text ist lediglich das Medium, dies deinen Experten und Expertinnen zu transportieren. Für Komplementärtherapeut/-innen heisst «Fachkompetenz verknüpfen» vor allem die Arbeit mit den Prozessphasen Begegnen – Bearbeiten – Integrieren – Transferieren zu zeigen.

Deine Erfahrungen, deine Praxisbeispiele und deine wachsende Fachkompetenz bringen dich im Verfassen der Arbeit weiter: Du befindest dich in einem Doppelprozess. Dich selbst begleitest du in einem Prozess (in deinem Schreibauftrag) und gleichzeitig verknüpfst du dein Thema mit den Handlungskompetenzen der Komplementärtherapie. Deshalb wird Schreiben auch learning-by-writing genannt.

reflektieren

Begleitprozess: reflektierenReflexion ist einerseits ein erforderliches Bestandteil des fertigen Textes, da du deinen Arbeitsprozess aus der Perspektive des erfolgten Lernzuwachses aufzeigst. Andererseits dient dir die Reflexion stets dazu, die Arbeitsphasen für dich zu überdenken und deinen Umgang mit dir selbst einer Prüfung zu unterziehen und deine nächsten Schritte zu definieren. Das Reflektieren gibt dir die nötige Distanz, du machst einen Schritt zurück, ein Perspektivenwechsel kann geschehen, und so kommst du weiter vorwärts deinem Ziel entgegen.

überprüfen

Begleitprozess: überprüfenIm Verlauf jeder Arbeitsphase und vor allem an ihrem Ende steht das Überprüfen. Hier laufen alle Begleitprozesse zusammen. Das Überprüfen betrifft erstens deine Verantwortung, die Auftragsklärung sorgfältig zu verfolgen und die Anforderungen des fertigen Textes im Auge zu behalten. Dabei helfen dir Checklisten. Zweitens kommt hier zur Standortbestimmung bezüglich der wachsenden Fachkompetenz und Vernetzung deine Fachbegleitung ins Spiel, sollte nicht schon vorher ein Kontakt erfolgt sein.

Bevor du in die nächste Arbeitsphase übergehen kannst, wird in einem Gespräch mit der Fachperson an deiner Institution überprüft, ob alle wichtigen Anforderungen erfüllt sind und du eine Teiletappe erfolgreich gemeistert hast. Meilenstein

Nimm, was du brauchst für deinen nächsten Schritt!

Die Arbeitsphasen beinhalten jeweils alle diese Teilprozesse. Für jedes Blütenblatt der Blume gibt es in jeder Arbeitsphase einen Impuls mit einer Auswahl an Möglichkeiten, was tu tun kannst.

Prozessblume
In allen Phasen des prozessorientierten Schreibens sind die Begleitprozesse zur Orientierung für die Selbstorganisation und als Raum für die Kreativität deine Ressource.

Ausser dem Überprüfen, das stetig und am Ende der Phase erfolgt, ist dir es völlig frei gestellt, welche Begleitprozesse du für deine Prozesssteuerung nutzen willst und in welcher Reihenfolge.

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